Reisetagebuch

Sainte-Anne und seine wundervollen Strände

Jeder Segler in der Karibik hat wahrscheinlich schon einmal einige Tage, wenn nicht Wochen, in der Bucht von Sainte-Anne verbracht. Gilt sie doch als eine der angenehmsten Ankerreviere auf Martinique. Seichte Wassertiefe, guter Ankergrund, kristallklares Wasser, idyllische Strände und einen charmanten Ort mit einem oder genauer gesagt eigentlich zwei Dinghy Docks.

Während der Saison tummeln sich in der Bucht schon einmal 200 bis 300 Segelboote, ohne dass es wirklich eng wird. Und nein, ich erwähne jetzt nicht, dass wir einmal sehr unfreundlich von einem französischen Boot darauf hingewiesen wurden, wir sollen uns doch einen anderen Ankerplatz suchen, da sie dort leben würden und ihre Privatsphäre benötigen. 

Tja, Sachen gibt’s, die glaubst du erst, wenn du sie erlebst. Gut, dass sie dort leben. Die Frage ist, was wir auf unserem Boot machen? In ihren Augen wahrscheinlich nicht leben, oder? Doch wir wollen hier nicht philosophieren … 

Mal von den doch etwas „engstirnigen“ Langzeitliegern in der Anse Caritan abgesehen, ist es ein wundervoller Fleck, um länger zu verbleiben oder von hier aus Martinique zu entdecken.

Sainte-Anne und seine Strände

Dem malerischen Charme von Sainte-Anne kann man sich kaum entziehen. Auch wenn der Küstenort ein „Muss“ für jeden Touristen ist, hat er doch noch viel von der Atmosphäre vergangener Zeiten bewahrt. Bunte Gassen mit hübschen Häusern in mehr oder weniger alter kreolischer Architektur gruppieren sich rund um die alte Kirche und dem Rathausplatz mit seinen Tamarindenbäumen. Bars und Restaurants laden zum Verweilen ein.

Notre Dame de Sainte-Anne mit dem Gedenkpark
Notre Dame de Sainte-Anne mit dem Gedenkpark
Sonnenuntergang in Sainte-Anne
Sonnenuntergang in Sainte-Anne

Die Gemeinde Sainte-Anne nimmt die gesamte südöstliche Spitze von Martinique ein. Sie verfügt über die meisten Strände der Insel. 

Verlässt man das Dorf in nördlicher Richtung hat man einen herrlichen Blick auf den 5 km langen Strand von Pointe Marin mit seinem feinen Sand und dichten Bäumen, die als Schutz vor der Sonne dienen. Er gehört zu den Top 5 der schönsten Strände auf der Insel.

Der Strand ist aufgrund seines flachen Wassers bei Familien sehr beliebt. Entlang des Strandes befinden sich viele kleine Snackbars, Tauchclubs und Jetski-Verleiher. Für uns ist dieser Strandabschnitt leider aufgrund der Hunde tabu. Auch hier befinden sich große Schilder, die ein Mitführern von Hunden verbieten. 

Blick auf den Strand von Pointe Marin
Blick auf den Strand von Pointe Marin

Aber es gibt noch viel mehr Strände, ob auf der karibischen oder atlantischen Seite, zu entdecken. Am einfachsten gestaltet sich dies auf der Wanderung „La Trace des Caps“.

Auf dem Weg zu DEM karibischen Traumstrand

Der „Trace des Caps“ ist eine wunderschöne, 30 km lange, markierte Wanderung entlang der Halbinsel Sainte-Anne, von Petit Macabou in Vauclin bis zur Anse Caritan. Sie ist in fünf Etappen aufgeteilt. Die letzte Etappe von 4,5 km wurde uns ans Herz gelegt. Führt sie doch an allen Stränden der Gemeinde Sainte-Anne vorbei und endet an dem wohl schönsten Strand auf Martinique, Grande Anse des Salines.

Der Strand von Anse Caritan befindet sich direkt vor unserer „Tür“. Dieser Strandabschnitt wird vor allem an den Wochenenden sehr gern von martinikanischen Familien besucht, aber während der Woche findet man immer noch ein schattiges Plätzchen.

Dankenswerterweise bietet die Pirates Beach Bar einen Potonsteg für Dinghies an, sodass wir hier direkt unsere Wanderung beginnen können. Der Wanderweg ist gut beschildert und so folgen wir den Hinweisen entlang der Küste.

Der Küstenweg schlängelt sich durch Waldgebiete. Wir sind von der Vielfalt der Flora und der Fauna begeistert. Hunderte von kleinen Krabben verschwinden in ihren Erdlöchern, sobald sie unsere Tritte vernehmen. Auf den Bäumen kann man immer wieder kleine Eidechsen entdecken.

Zwischendurch können wir atemberaubende Blicke über die Bucht von Sainte-Anne erhaschen.

Blick auf die Bucht von Sainte-Anne

Einige Zeit später ändert sich die Vegetation. Wir haben die Anse Meunier erreicht. Sie wird auch gern Anse Moustique genannt. Schnell wird uns klar warum. Der Strand ist umgeben von dichter Vegetation. Man findet Mangroven, Gummibäume, Sanseverias und uralte Salzwiesen. Ein Paradies für Winkerkrabben und Moskitos. 

Der Strand selbst bietet mit seinem feinen Sand und den dichten Bäumen guten Schutz gegen die Sonne. Er ist gerade bei Nudisten sehr beliebt. 

Weiter geht es den Küstenweg entlang, bis einer der schönsten Strände der Karibik vor uns liegt. Die Grande Anse des Salines. Es handelt sich um einen der berühmtesten Strände der kleinen Antillen. Es ist ein atemberaubender Blick auf den in einem leichten Bogen mit sehr feinem weißem Sand und vielen Kokospalmen gesäumten Strand. Da er fast 2 km lang ist, ist er einer der größten in der Karibik. Man merke, die Wortwahl „einer der ….“ wird im Zusammenhang mit der Grande Anse des Salines gern benutzt. Und ja, wir finden, er hält, was er verspricht. 

Straßenverkäufer mit hausgemachtem Eis, Schmuck, frischen Fruchtsäften sowie viele kleine Bars und Restaurants säumen die Straße entlang des Strandes. Es ist sehr quirlig und hat seine eigene Atmosphäre. Am Wochenende bekommt man hier leider kein Bein an die Erde. Trotzdem kann man sich dem Anblick des türkisblauen Wassers nicht entziehen. Und so legen wir auch eine kleine Badepause ein. Hunde sind abermals verboten. Daher haben wir uns ein Eckchen am Ende des Strandes gesucht und die Hunde nicht ins Wasser gelassen, sondern im Schatten festgebunden. Trotzdem hat man immer das Gefühl, „etwas Verbotenes“ zu tun. Aber vielleicht sind wir auch zu Deutsch?

Nach einer kleinen Stärkung geht es weiter zu dem Etang des Salines, dessen geschütztes Ökosystem etwas ganz Besonderes ist. 

Etang des Salines

Der Etang des Salines ist ein außergewöhnlicher Ort, mit Mangroven, Küstenwald und Salzwiesen. Seit 1998 ist es als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung anerkannt und wird vom Conservatoire du Littoral (Küstenkonservatorium) geschützt.

Über den Teich führt ein Rundgang aus Stelzen, von dem man die außergewöhnliche Flora und Fauna beobachten kann. Es ist ein beliebter Ort für Wildtiere. Es gibt hier sowohl Süßwasserfische als auch in Salzwasser lebende Fische. Viele Zugvögel, die aus dem nördlichen Nordamerika aufbrechen, legen hier eine Verschnaufpause ein. Leider haben wir kein Teleobjektiv dabei und so können wir keine einzelnen Tierfotos verewigen. Schade…

Das Vogelobservatorium lohnt sich trotzdem, da man durch die thematischen Tafeln und Beobachtungspalisaden viel über dieses bemerkenswerte zerbrechliche Feuchtgebiet erfährt. 

Für uns war es ein gelungener Tag und eine schöne Wanderung, auch wenn wir nicht bis zur Savane des Pétrifications gekommen sind. Dieses außergewöhnliche Gebiet heben wir uns für das nächste Mal auf.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner