Reisetagebuch

Teneriffa – tja, was sollen wir sagen?

Im Vorfeld fiel es mir schwer, diesen Blogpost über Teneriffa zu beginnen, hatten wir doch, wie bereits berichtet, den Fehler gemacht, unsere Reise auf La Palma zu beginnen. 

Konnte La Gomera uns auf dem 2. Blick noch überraschen, enttäuschte uns Teneriffa umso mehr… Und ja, ich weiß, es gibt wunderschöne Stellen auf Teneriffa und man kann auch hervorragend wandern … und natürlich findet der Pauschal- oder Golftourist großartige Hotel- und Appartementkomplexe vor, aber für uns war die Insel einfach zu touristisch. 

Vielleicht lag es aber auch an unserer Einstellung, sollte Teneriffa doch nur als Startpunkt unserer Atlantiküberquerung dienen. Hier wollten wir die letzten Vorbereitungen treffen. Proviantieren, kleine Reparaturen vornehmen und wenn möglich Davits anbringen lassen…   

Dementsprechend hatten wir uns für die Marina in San Miquel de Abona, im Süden von Teneriffa, entschieden. Was wir bei unserer Entscheidung nicht beachtet hatten, San Miquel besteht eigentlich nur aus Hotel- und Apartmentanlagen, zwischendrin kann man noch diverse Golfanlagen entdecken. Dazu kommt noch, dass der Süden Teneriffas sehr trocken und dementsprechend kaum Flora zu bieten hat. Es war ein trostloser Anblick, der sich uns bei unserer Ankunft zeigte.

Außerdem war die Marina unstrukturiert und hat sehr wenig Charme. Zum Glück verfügt sie allerdings über einen außerordentlich guten Edelstahlbauer und so konnten wir wenigstens unsere Davits in Auftrag geben.

Da wir in den ersten Wochen keinen Mietwagen zur Verfügung hatten, machten wir die Gegend mit unseren neuen E-Scooter unsicher.

Die letzten Tage vor unserer Atlantiküberquerung haben wir uns dann noch einige Höhepunkte auf Teneriffa angeschaut.

Wie San Cristóbal de La Laguna. Sie liegt im Norden der Insel und ist die erste Stadt der Kanarischen Inseln, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die historischen Straßen der Altstadt, die im 15. Jahrhundert angelegt wurde, sind wirklich wunderschön.

Und natürlich durfte eine Fahrt hoch zum „El Teide“ auf unserer Bucket List nicht fehlen.

Blick auf den Teide vom Hafen aus. Mit schneebedeckter Kuppel.

Auf dem Weg dorthin haben wir noch am „Pino Gordo“, dem dicksten Baum der Insel haltgemacht. Die Pinie ist 45 m hoch und sein Stamm ist über 3 Meter breit, was einem Umfang von 10 Metern entspricht. Es war schon sehr imposant, neben diesem Baum zu stehen.

Leider hatten wir nicht mit dem Touristenstrom gerechnet, den wir am Fuße des Teide vorgefunden haben. Mit Bussen wurden hier die Urlauber zum Besucherzentrum hoch gekarrt. Das Auto abzustellen und auszusteigen, war ein schier unmögliches Unterfangen. Die Seilbahnstation war aufgrund des Wetters ohnehin geschlossen und so haben wir etwas weiter einen Stopp eingelegt, um uns die beeindruckende Vulkanlandschaft anzuschauen. 

Der Teide-Nationalpark wurde 2007 zum Weltnaturerbe erklärt. Er sei eine der „wertvollsten und verschiedenartigsten vulkanischen Landschaftsformen mit außerordentlichen Naturschätzen“. Dem können wir uns nur anschließen. Der Park bildet die dritthöchste Vulkanstruktur der Welt. Wäre das nicht schon beeindruckend genug, ist man von der ständig andersartigen landschaftlichen Struktur und den Farbtönen fasziniert. Die Fahrt hat sich wirklich gelohnt.

Letzte Vorbereitungen

Langsam rückte der Tag unserer Abreise näher. Im Vorfeld hatten wir uns den 15. Dezember als Startpunkt gesetzt.

Täglich schauten Carsten nach den Wetterbedingungen, die sich zunehmend verschlechterten. Ein Azorentief drückte nicht nur auf das Wetter, sondern auch auf unsere Stimmung. Schließlich wollten wir ein ideales Wetterfenster abpassen. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Wind stand auf unserer Wunschliste…

Einiges war im Vorfelde noch zu organisieren. Die Hunde mussten kurz vor der Abfahrt noch zum Tierarzt, um ihr „Health Certification“ zu erhalten. Und wir mussten für 30 Tage Proviant mitnehmen. Dies war keine einfache Aufgabe. Haltbarkeit und geringe Kühlschrankkapazität waren hier nur einige Eckpunkte, die zu beachten waren. Außerdem wollten wir unterwegs nicht zu aufwendig kochen. Kurze Garzeiten waren deshalb ein anderer Punkt.

Zum Glück gab es im Nachbarort einen Lidl und so konnten wir zumindest zum Teil auf Altbekanntes zurückgreifen.

Eine Herausforderung stellte dann noch das Verstauen der eingekauften Lebensmittel dar. Jeder noch so kleine Stauraum wurde genutzt und alles wurde ordentlich in einer Excel-Liste mit Verfallsdatum festgehalten.

Ich hätte nicht gedacht, dass das soo ein Kraftakt werden würde. Insbesondere weil wir uns aufgrund des unbeständigen Wetters nicht mit dem Abfahrtsdatum sicher waren und wir so nicht zu früh, die frischen Lebensmittel kaufen konnten.

Und dann kam der Tag der Tage… Waren wir wirklich darauf vorbereitet? Ich glaube nicht… Aber davon in meinem nächsten Post mehr…

FAZIT

  • Teneriffa hat eine hervorragende Infrastruktur.

  • Baumärkte, große Supermärkte sind gar kein Problem.

  • Wir haben eine sehr freundliche Tierarztpraxis vorgefunden.

  • Auch wenn Teneriffa zweifellos seine schönen Seiten hat, die erste Wahl wäre die Insel für uns nicht.

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